Studentenbewegung 1968

 

In den 60er Jahren wuchs der Unmut der Studenten, welcher sich in erster Linie gegen die zunehmend unerträglicher werdenden Mängel des Hochschulwesens richtete. Sie bemängelten nicht nur die Ausstattung, die räumliche Enge an den Universitäten, das Fehlen von Lernmitteln und sinnvoll eingerichteten Studiengängen. Hinzu kam die im Vergleich zur ständig zunehmenden Zahl an Studierenden geringe Zahl an Hochschullehrern. Als eine der zu dieser Zeit wichtigsten Studentenorganisationen zählte der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS), der diese Mängel aufzeigte und ein Programm zur Beseitigung erstellte. Zunächst stieß die Kritik auf Ablehnung in der Öffentlichkeit und bei den politischen Parteien. Erst Jahre später hat man die Berechtigung dieser Kritikpunkte anerkannt und einige der Vorschläge zum Inhalt von Reformversuchen gemacht.

Doch der Studentenprotest richtete sich auch gegen die Überbewertung des Materiellen (Konsumterror), die zunehmende Pressekonzentration (Kampf dem Springer-Monopol), die Leistungsgesellschaft (Leistungsterror) und den Staat schlechthin (arroganter kapitalistische Machtstaat). Nach Ansicht der SDS, was diese Organisation von anderen unterschied, konnte diese Krise nur durch die theoretischen Grundlagen des Marxismus bewältigt werden. Endziel war die revolutionäre Umgestaltung der BRD in eine „humane sozialistische Gesellschaft“.

Die außerparlamentarische Opposition (APO) stellte keine einheitliche Organisation dar, sondern wurde von vielen kleinen Gruppen getragen.

Streiks, Demonstrationen, Brandstiftung in Kaufhäusern und Konzerngebäuden dienten dazu, die Forderungen der Studenten durchzusetzen.

Das Attentat auf den SDS-Ideologen Rudi Dutscke am 11.April1986; bei dem er schwer verletzt wurde, löste die bisher schwersten Unruhen in der Geschichte der BRD aus. Hinzu kamen Demonstrationen gegen den Springer-Verlag, als Antwort auf das Dutschke Attentat, bei denen sich Demonstranten mit Druckern und Angestellten des Springer-Verlages prügelten und es wurden Molotowcocktails in die Tanks der Verlagsautos gesteckt.

In den folgenden Tagen demonstrierten 45000 Menschen in Hamburg, Essen, München, Berlin und in mehr als 20 anderen Städten.

Die Bilanz der blutigen Osterwochen: 400 zum Teil schwer Verletzte, zwei Tote, der Fotograf Klaus Frings und der Student Rüdiger Schreck.

Als am 30.Mai 1968 die Notstandsgesetze trotz zahlreicher Proteste verabschiedet wurden, war ein langer Kampf verloren.

Es begann mehr und mehr in den einzelnen Organisationen zu kriseln. Am 28.09.1969 kam es zu einem Machtwechsel in der Regierung. Es wurde eine Koalition von SPD und FDP gebildet und Willy Brandt wurde am 21.10. zum Bundeskanzler gewählt. Daraufhin folgten viele Studenten Brandt und seinem Slogan ,,Mehr Demokratie wagen".

Die Studentenbewegung verebbte 1969. Die APO zerfiel in einzelne Gruppen.

Der SDS wurde am 21. März 1970 endgültig aufgelöst, nachdem sich die Organisation bereits gespaltet hatte.